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Archiv für den 18. Dezember 2012

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Nur für TeXies: Upgrade des FeULtr

TeXies an der FernUni kennen ihn ja bereits seit Jahrzehnten, den Brief-Style der FernUniversität in der für LaTeX angepassten Version: den FeULtr. Seit 2003 ist er der Freund all derjenigen, die ihre FernUni-Korrespondenz in LaTeX erledigen wollen (oder sie zumindest nicht in Word verfassen mögen).

Upgrades waren in all den Jahren nur nötig, wenn es a) echte Bugs zu beheben gab (eher selten), oder b) sich die FernUni (nicht ganz so selten) gerade mal wieder für ein neues Brief-Design entschieden hatte. Das gerade jetzt, kurz vor seinem 10. Geburtstag, eine neue Version erscheint, hat dann auch (gottseidank!) weder mit dem einen, noch mit dem anderen Grund zu tun.

Tatsächlich sind die vorgenommenen Änderungen auch eher Erweiterungen als Fehlerkorrekturen, und sie betreffen die folgenden Punkte:

lfrs.sty

Das im FeUltr enthaltene Paket lfrs.sty ist die eigentliche Schnittstelle zu den, für das FernUni-Corporate Design benötigten, Frutiger-Schriften. Es kann aber auch eigenständig außerhalb der Briefklasse benutzt werden, um beispielsweise in Kurs-Materialen die Standard-Serifenlose auf Frutiger LT Com umzuschalten. Beispiel:

usepackage{lfrs}

setzt, wie oben bereits beschrieben, Frutiger als Standard-Schriftart für serifenlose Schriften. Wer’s ausprobiert wird dabei jedoch schnell feststellen, dass die Frutiger im Vergleich zu Standard-Serifen-Schriften wie Times oder Palatino „zu groß“ geraten wirkt.

Abhilfe schafft hier der optionale Parameter scaled, über den die Frutiger ein Stück verkleinert wird. Beispiel:

usepackage[scaled]{lfrs}

sorgt dafür, dass das Gesamtbild im Vergleich zu den Serifen-Schriften deutlich harmonischer gerät. Wem das immer noch nicht ausreicht, kann einen zusätzlichen Saklierungsfaktor angeben, um den die Frutiger-Schrift geändert wird.

usepackage[scaled=0.5]{lfrs}

bindet die Frutiger LT Com in der Hälfte der Originalgröße in das eigene Dokument ein. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an die Kollegin Helga Huppertz, die dem lfrs.sty die Skalierungen beigebracht hat.

 xefeultr.cls

Auch außerhalb der FernUniversität tut sich ja nach wie vor was in der TeX-Gemeinde. Eine der jüngeren Entwicklungen firmiert unter dem Namen XeTeX, wohinter sich kurz gesprochen, eine TeX -> PDF-Maschine verbirgt, die über das Paket fontspec Zugriff auf die Open-/TrueType-Schriften des eigenen Betriebssystems gestattet (s.a.: Es muss nicht immer Computer Modern sein).

Hinter xefeultr.cls verbirgt sich nun der erste Ansatz, um FernUni-Briefe auch mit XeLaTeX, der LaTeX-Adaption von XeTeX, setzen zu können. Die Umstellung eines vorhandenen Briefes ist dabei denkbar simpel. Beispiel, die Präambel des zusammen mit dem FeULtr verteilten Beispiel-Brief hat das Aussehen:

documentclass[frutasbabt]{feultr}

usepackage[latin1]{inputenc}
usepackage[T1]{fontenc}

Die Umstellung auf den XeFeULtr geschieht, indem man die oben aufgeführten 3 Zeilen durch

documentclass{xefeultr}

ersetzt. Wer den Einheits-Frutiger-Look durch ein bisschen Kontrast aufpeppen will, fügt noch die Zeile

setmainfont[Ligatures=TeX]{Palatino Linotype}

hinzu, um beispielsweise Briefkörper und Adressfeld in Palatino zu setzen. Das ist zwar streng genommen nicht CD-konform, hat aber durchaus seinen Reiz.

Fazit

Da die oben vorgestellten neuen Features nicht direkt die FeULtr-Klasse betreffen, lohnt sich ein Upgrade tatsächlich nur, sofern ein explizites Interesse an den oben gezeigten Möglichkeiten besteht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden den aktualisierten FeULtr wie gewohnt unter http://www.fernuni-hagen.de/zmi/download/#frutiger .

Thomas Feuerstack

von Thomas Feuerstack am 18. Dezember 2012 unter Themen abgelegt

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